«Lernen mit Krebs zu leben»

Lea Lyss Heinrich, Sozialarbeiterin FH/Leitung Sozialberatung des Spitals Männedorf AG, steht heute im Fokus unserer AVAC-Themenreihe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum Hauptthema des aktuellen Abends "Sozialversicherungsrecht" beantwortet Lea Lyss Heinrich nachstehende Fragen folgendermaßen:

 

1. "Was erhoffen Sie sich, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ihrem Referat mit nach Hause nehmen?"

"Mir ist es ganz wichtig, dass die Teilnehmenden einen grossen Input bezüglich der sozialen Ressourcen bekommen. Dass sie wissen, dass wir in der Schweiz ein grosses Angebot an verschiedenen Unterstützungsmöglichkeiten haben. Seien es die verschiedenen Fachstellen (Krebsliga, Pro Senectute und Pro Infirmis, Altersfachstelle), die verschiedenen Sozialversicherungen oder auch die Selbsthilfegruppen. Wichtig ist mir, dass die Teilnehmenden darüber informiert sind, wohin sie sich mit ihren Fragen wenden können und es oftmals eine Lösung für die Problematik in der sie stehen gibt.“

2. "Was hat Sie am heutigen Abend speziell berührt?"

"Jeder Kurs ist anders und ich freue mich immer sehr auf den Abend. Berühren tun mich die einzelnen Schicksale, die Menschen und die Offenheit mir gegenüber. Sich zu exponieren und auch Fragen in einer Gruppe zu äussern ist nicht einfach. Besonders wenn es um finanzielle Unklarheiten geht. Dazu gehört Vertrauen und Achtsamkeit.“

3. "Wie sieht Ihr Fachgebiet in 10 Jahren aus?"

"Vermutlich wird der Sozialberatung auch in zehn Jahren die Arbeit nicht ausgehen. Wir merken, dass das soziale Netz der Menschen teilweise kleiner geworden ist. Die Kinder und die Schwiegertöchter/Schwiegersöhne der Patienten sind beruflich besetzt, leben nicht in der Nähe oder sind im Ausland. Die Menschen sind schon sehr betagt, wenn sie bei uns ins Spital eintreten, leben isoliert oder ihr Umfeld ist bereits verstorben. Dadurch braucht es Berufsfachleute, welche die Triagierung und Vernetzung anstossen oder übernehmen. Ich hoffe, dass es keinen weiteren Abbau in den Sozialversicherungen geben wird. Wir haben in der Schweiz ein sehr gutes System, welches häufig die Menschen vor dem finanziellen Elend bewahrt. Dieses muss unbedingt erhalten bleiben."

 

Es bloggt für Sie:
Nicole Mändli