Paradigmenwechsel bei der Blutverdünnung

In der Vorabklärung eines operativen Eingriffes stehen Patientinnen und Patienten mit einer Blutverdünnung (Antikoagulation) häufig vor der Frage, ob sie ihr blutverdünnendes Medikament einfach absetzen können oder ob bis kurz vor dem Eingriff und unmittelbar danach ein Alternativprodukt eingesetzt werden soll.

Für antikoagulierte Patienten gibt es Neuerungen im Management der Blutverdünnung (Antikoagulation) rund um operative Eingriffe.

Zum einen betrifft dies das Management der neuen oralen Antikoagulationen wie Xarelto®, Eliquis®, Lixiana® und Pradaxa®. Zum anderen musste bisher vor Eingriffen die orale Antikoagulation mit Marcoumar® abgesetzt und überlappend Heparin gegeben werden. Nun haben in den letzten Jahren diverse Studien und Datensammlungen gezeigt, dass ein solches "Bridging" in bestimmten Risikokonstellationen nicht notwendig ist. Dis muss von Fall zu Fall einzeln entschieden werden.

Hierzu besteht die Möglichkeit einer Zuweisung in die hämatologische Sprechstunde am Onkologie Zentrum, wo Patientinnen und Patienten individuell beraten werden. Speziell berücksichtigt werden die Grösse des operativen Eingriffes und der ursprüngliche Grund, weshalb beim Betroffenen ein blutverdünnendes Medikament eingesetzt werden musste.

Mit der Einschätzung dieser Risiken und unter Berücksichtigung der neuesten Studienlage gelingt es, für den Betroffenen, aber auch für das Anästhesie- und Operationsteam die optimale Strategie festzulegen, um das Blutungs- und Thromboserisiko möglichst klein zu halten.

Autorin:
Frau Dr. med. Katharina Casauro, FMH Hämatologie und Innere Medizin, Spezialistin für Hämatologische Analytik FAMH

Co-Autorin:
Nicole Mändli