Jahresergebnis 2014 – Talsohle nach schwierigem Jahr durchschritten

Nach einem schwierigen Start ins Jahr schloss das Spital Männedorf 2014 mit einem Verlust von 506‘000 Franken ab. Dies trotz steigender Fallzahlen in der zweiten Jahreshälfte und Umsetzung verschiedener, Kosten einsparender und Ertrag steigernder Massnahmen.

Geschäftsbericht 2014

Das Spital Männedorf hatte zu Beginn 2014 mit Auslastungsproblemen zu kämpfen. Diese konnten in der zweiten Jahreshälfte weitgehend kompensiert werden. Im Vorjahresvergleich wurden 8 Prozent mehr ambulante Leistungen erbracht und stationär 169 Fälle mehr behandelt. Daraus resultierte trotz Tarif bedingtem Umsatzrückgang im Grundversicherungs-bereich eine Zunahme des Ertrags von rund 2 Millionen Franken. Dies vermochte den Anstieg der Kosten allerdings nur teilweise zu decken. Zu Buche schlugen vor allem höhere Ausgaben für das Personal, die unter anderem auf Lohnanpassungen an den kantonalen Durchschnitt per April 2014 zurückzuführen waren. In der zweiten Jahreshälfte begannen verschiedene Kosten einsparende und Ertrag steigernde Massnahmen zu greifen. Trotz dieser Anstrengungen verzeichnete das Spital Ende Jahr einen Verlust von 506‘000 Franken.

Im März 2014 übernahm CEO Dr. med. Stefan Metzker die operative Führung des Spitals. Unter ihm wurden der mit der Spitalleitung und dem Verwaltungsrat 2013 begonnene Strategieentwicklungsprozess für die Jahre 2015-2019 zu Ende geführt und die Massnahmen für einen Turnaround definiert.

Solide Grundversorgung mit Spezialitäten anbieten
Das Spital Männedorf will sich noch stärker als integrierte Gesundheitsplattform positionieren. Das Angebot soll gemeinsam mit den Kooperationspartnern verstärkt auf die Bedürfnisse der Bevölkerung ausgerichtet werden. Neben einer guten Grundversorgung braucht es auch die Fokussierung auf gewisse Spezialitäten. Dazu gehört insbesondere die interdisziplinäre Behandlung von Tumorerkrankungen. Die Eröffnung der durch die Hirslanden Gruppe betriebenen Radiotherapie Männedorf im April 2014 auf dem Areal des Spitals ermöglicht es, Tumorpatientinnen und -patienten die gesamte Behandlungskette unter einem Dach zu bieten. Weitere Schwerpunkte liegen bei der Viszeralchirurgie, der Chirurgie des Bewegungsapparates, der Urologie und der Behandlung von Erkrankungen der weiblichen Brust. Ergänzend dazu hat das Spital die Wiederherstellungschirurgie in sein Behandlungsprogramm aufgenommen. Zudem hat die Gesundheitsdirektion dem Spital Männedorf 2014 den Leistungsauftrag für Bariatrische Chirurgie (Chirurgie zur Behandlung der Fettleibigkeit) erteilt. Weiter erhielt das Spital den Leistungsauftrag für Akutgeriatrie. Damit kann das Spital 2015 ein Kompetenzzentrum für Altersmedizin aufbauen.

Kooperationen für eine moderne und gut vernetzte Gesundheitsplattform
Das Spital wird sich zu einer Gesundheitsplattform entwickeln und sich stärker vernetzen mit den vor- und nachgelagerten Partnern. Hauptfokus lag 2014 bei der verstärkten Kooperation mit ausgewählten Belegärzten. Im Bereich der Urologie wurde ein Kooperationsvertrag mit Uroviva abgeschlossen. Im September 2014 hat das Spital mit dem Hausärzte-Netzwerk Hapmed AG eine Absichtserklärung unterzeichnet für die Entwicklung von Praxismodellen. Ab Herbst 2015 wird als weiterer Schritt in Richtung Gesundheitsplattform die Spitex Zürichsee mit ihrer Zentrale auf dem Areal des Spitals Männedorf einziehen. Weitere Kooperationen sind zudem mit der Klinik Hirslanden und dem Universitätsspital Zürich vorgesehen.

Investitionen in die Zukunft
Das Spital Männedorf kann sich im kompetitiven Umfeld nur mit moderner Infrastruktur und zeitgemässer Technik behaupten. 2014 wurden deshalb grössere Investitionen getätigt: Das Parkhaus wurde eröffnet, die Wöchnerinnenabteilung und die gemischte Abteilung 1D renoviert und die Bauarbeiten des Behandlungstraktes vorangetrieben.
Im Juli 2015 wird die zweite Etappe des neuen Behandlungstraktes fertiggestellt. Damit werden die interdisziplinäre Notfallstation, das Personalrestaurant mit Cafeteria und die Zentralsterilisation dem Betrieb übergeben. Darüber hinaus hat das Spital in medizinische Gerätschaften sowie in die IT investiert.

Richtiger Weg eingeschlagen
Die ersten drei Monate von 2015 zeigen, dass die eingeleiteten Massnahmen Wirkung zeigen. Im ersten Quartal konnten bereits rund 200 Patienten mehr behandelt werden, als in der gleichen Periode 2014. Beatrix Frey-Eigenmann, Verwaltungsratspräsidentin, blickt optimistisch in die Zukunft: «Wir sind zuversichtlich, dass wir uns auf Kurs befinden und den Turnaround im laufenden Jahr schaffen werden.»


Information an die Redaktion: Der Geschäftsbericht 2014 ist ab sofort auch online verfügbar.


Auskunft: Spital Männedorf, Michèle Belviso, Kommunikation & Marketing, 044 922 29 76