Renovierte Gebärabteilung eröffnet

Die Zürichsee-Zeitung berichtet über die frisch renovierte Gebärabteilung im Spital Männedorf.

Foto: Reto Schneider (ZSZ) Der neue Gebärsaal: farbenfroh und hell.

Kaum etwas erinnert noch an ein normales Spital: von Tageslicht durchflutete Zimmer, hell lackierte Decken und orangefarbene Wände. Die neuen Gebärzimmer im Spital Männedorf wirken einladend und gemütlich. Das medizinische Gerät ist sorgfältig verstaut, fast unsichtbar. Stattdessen prägen eine Sprossenwand, ein Medizinball, ein Gebärpool und ein hängendes Tuch das Bild.

Diese Geräte sollen die Frauen bei einer natürlichen Geburt unterstützen. Sie bringen Bewegung in den Gebärprozess und erlauben den Frauen, die Schwerkraft besser zu nutzen. Im Normalfall genügen diese Hilfsmittel. Trotzdem ist es für eine werdende Mutter gut zu wissen, dass im Notfall der Operationssaal nur wenige Meter entfernt liegt. Gibt es Komplikationen bei der Geburt, erfolgt wenn nötig innert Minuten ein Kaiserschnitt. Hightech-Medizin ergänzt somit das Turngerät.

Geburt als freudiges Ereignis

«Mit der neuen Gebärabteilung bewegen wir uns zwischen einem Spital und einem Geburtshaus», sagt Margaret Hüsler, Chefärztin der Frauenklinik. Nach ihrer Philosophie ist es Aufgabe des Spitals, der Mutter und dem Kind einen möglichst sanften Start in das gemeinsame Leben zu ermöglichen. Wichtig dabei sei, dass sich Frauen während der Geburt entspannen können, schliesslich sei eine Geburt ja ein freudiges Ereignis. Dafür sollen sie genügend Zeit und eine optimale Betreuung erhalten. Den Kundinnen wird vom Spital eine Eins-zu-eins-Betreuung angeboten.

Die Hebammen arbeiten im Schichtbetrieb jeweils achteinhalb Stunden. «Das Vertrauen der werdenden Mütter in uns ist die wichtigste Voraussetzung überhaupt für eine sanfte Geburt», sagt Chef-Hebamme Joy Wernli. Um dieses frühzeitig zu gewinnen, setzt Wernli nicht nur auf eine angenehme Atmosphäre, sondern auch auf den vorgeburtlichen Kontakt. Um den Frauen die Angst vor der Geburt zu nehmen, bietet das Spital Hebammengespräche und zahlreiche Vorbereitungskurse an.

Hebammen bauen mit

Mit dem Umbau erhielten die Hebammen die Chance, ihr Arbeitsumfeld aktiv mitzugestalten. «Durch eine enge Zusammenarbeit mit dem Projektleiter konnten wir unsere Wünsche ideal realisieren », sagt Wernli. Dazu gehört auch das neue Kaban-System: Bei diesem System hat es im Materialschrank auf allen für die Geburt notwendigen Produkten einen Barcode, der eingescannt werden kann. Dies erlaubt eine raschere Abwicklung der Bestellung, und die Lieferung wird automatisch ausgelöst. Die Kosten des fünfwöchigen Umbaus belaufen sich auf knapp 350'000 Franken. Der grösste Kostenpunkt ist laut Projektleiter Erich Oberholzer der neue Ausguss – eine Art Waschmaschine, in der Bestecke und Instrumente, die für die Geburt benötigt werden, gereinigt werden. Mit dieser Anlage wird so die Hygiene verbessert. Auch die Arbeitsabläufe für das Personal wurden optimiert.

Quelle: Zürichseezeitung, Jonas Schmid, 28.3.2015