Eigenblutspende
Bei einer fest geplanten Operation haben Sie die Möglichkeit - in Absprache mit Ihrem Arzt - für sich selbst Blut zu spenden. Obwohl das vom Blutspendedienst zur Verfügung gestellte Fremdblut sehr gut auf Infektionskrankheiten untersucht wird, handelt es sich bei der Eigenblutentnahme um ein sinnvolles Verfahren, weil dadurch die Übertragung von Infektionskrankheiten und das Auftreten von immunologischen Reaktionen verhindert werden können. Das Eigenblut kann aber leider nicht in beliebiger Menge und beliebig früh vor der Operation entnommen werden.
Blutkonserven sind bei 4°C max. 6 Wochen haltbar, so dass die mögliche Zeit für die Blutentnahmen vor der Operation limitiert ist. Es können maximal 4 Blutkonserven gewonnen werden. Die letzte Blutentnahme sollte spätestens eine Woche vor dem Operationstermin stattfinden. Vorbedingung für die Eigenblutentnahme ist, dass der Operationstermin im Voraus festgelegt ist. Das Blut kann bei Verschiebung des Termins nicht länger gelagert werden. Zudem muss der physische und psychische Gesundheitszustand des Patienten wiederholte Blutentnahmen in kurzem Abstand erlauben. Anlässlich einer medizinischen Untersuchung durch den Hausarzt muss abgeklärt werden, ob die notwendigen Vorbedingungen erfüllt sind:
- Körpergewicht mindestens 40 kg
- genügender Hämoglobingehalt (Blutspiegel)
- stabile Kreislaufverhältnisse (Blutdruck, Herztätigkeit, Zirkulation etc.)
- genügende Lungenfunktion
Um die Blutbildung anzuregen, werden Eisentabletten verabreicht. Auch Personen, die völlig gesund sind, sollen sich bewusst sein, dass häufiges Blutspenden vor der Operation eine körperliche, seelische und zeitliche Belastung darstellt. Sie werden durch Ihren Operateur bei uns im Labor angemeldet. Die Bescheinigung der medizinischen Spendetauglichkeit erhalten Sie von Ihrem Hausarzt, der uns die ausgefüllte und visierte Anmeldung schriftlich oder per Fax zukommen lässt. Die biomedizinische Analytikerin nimmt mit Ihnen telefonisch Kontakt auf, um den ersten Spendetermin festzulegen. Bitte bringen Sie Ihren Blutgruppenausweis sowie eine Kopie Ihrer Krankenkassenpolice mit. 3 Tage vor der Eigenblutspende sollten Sie den Zahnarzt nicht aufsuchen. Bitte sorgen Sie vor der Spende für eine gute Flüssigkeitszufuhr. Bevor Sie in den 2. Stock (B) in die Eigenblutspende-Räumlichkeiten kommen, melden Sie sich bei der Patientenaufnahme an. Hier erhalten Sie eine Identifikationskarte, die Sie bei uns abgeben. Die Blutentnahmen erfolgen unter ärztlicher Kontrolle, wobei der Anästhesist aufgrund von Hämoglobin-Gehalt, Blutdruck und allfälliger körperlicher Untersuchung über die definitive Spendetauglichkeit entscheidet. Pro Blutentnahme werden 450 ml Blut entnommen.
Es wird die Blutgruppe bestimmt und zudem werden Tests bez. HIV (Aids), Hepatitis B und C (infektiöse Gelbsucht) und Syphilis durchgeführt, analog zur Fremdblutspende. Sollte ein Testresultat positiv ausfallen, werden Sie bzw. Ihr Operateur umgehend informiert. Eigenblutkonserven werden mit Etiketten versehen, die Ihren Namen und Ihre Unterschrift tragen und nur für Sie verwendet werden. Werden die Konserven während oder nach der Operation nicht benötigt, werden sie vernichtet. Wir weisen Sie darauf hin, dass nicht auszuschliessen ist, dass Sie bei grossem Blutverlust zusätzlich Fremdblut erhalten müssen. Da der Aufwand für die Bereitstellung von Eigenblut bedeutend grösser ist als bei einer konventionellen Blutkonserve, liegt der Preis etwas höher. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten. Gerne erwarten wir Sie in unserem Labor.

