Die Seele baumeln lassen

Rolf Baumberger ist Leiter Hotellerie des Spitals Männedorf. Farben, Formen und Fantasie – das sind die Hauptzutaten, wenn er in seiner Leidenschaft Malen nachgeht.

Die Spur.

«Mein Vater war Grafiker und hat mir in Sachen Kunst und Architektur viel auf den Weg gegeben. Als kleiner Bub habe ich viel Zeit in seinem Atelier verbracht. Und auf den Ferienreisen standen Besichtigungen von Bauwerken und Ausstellungen regelmässig auf dem Programm.

So habe ich schon früh angefangen zu skizzieren, zum Beispiel in meinen Tagebüchern. Mit 30 war ich Chefkoch in einem Hotel in Südafrika. Dieses Land, seine arachaische Kultur und die unvergleichlichen Farben haben bei mir etwas ausgelöst.

Bei meiner Rückkehr in die Schweiz habe ich dann mit dem Malen begonnen. Beim Malen finde ich Ruhe und ich kann meine Seele baumeln lassen. Malen fasziniert mich aber auch, weil ich meiner Leidenschaft für Farben Ausdruck verleihen kann.

Bei meinem Jugendfreund, dem Künstler Ralf Abati, er war Assistent von H.R. Giger, habe ich viel gelernt. Die Palette der Techniken ist enorm breit. Inspiration finde ich aber auch bei den Werken von Max Ernst, Hieronymus Bosch oder Jackson Pollock.

Heute arbeite ich vorwiegend mit Acryl und/oder Antiktusche auf Leinen. Oft arbeite ich aus ersten zufälligen Strukturen konkrete Formen heraus und bringe gleichzeitig das Licht, meistens von oben links, ins Bild. Dabei lasse ich meiner Fantasie freien Lauf. Je nach meiner Stimmung und der Jahreszeit enstehen dabei unterschiedliche Bilder, wobei ich häufig mit Ocker-, Grün- und Blautönen arbeite.

Im Moment sind neue Projekte am Gären. Zum Beispiel würde es mich reizen, von meinem Beruf als Koch den Bogen zu meiner Malerei zu schlagen. Die Innenseite eines halbierten Rotkabis etwa sieht fantastisch aus, und die Strukturen laden geradezu ein, Formen herauszuarbeiten und Neues zu sehen und zu schaffen.»

Rolf Baumberger
Leiter Hotellerie, Spital Männedorf

Bild: Gemälde "Die Spur".