Coronavirus: Vorbereitet auf das Ungewisse

In den letzten Tagen und Wochen haben wir uns im Spital Männedorf intensiv mit der sich anbahnenden Situation auseinandergesetzt und uns darauf vorbereitet.

«Die Inbetriebnahme der IMC-Station ist eine Teamleistung.»

Unser Ärztlicher Direktor und Chefarzt Anästhesie und Intensivmedizin, PD Dr. med. Sven Staender, hat diese Woche in Zusammenarbeit mit der Anästhesie-, OP- und ÜWS-Leitungen eine zusätzliche Intensivpflegestation (IMC-Station) eingerichtet.

 

 

Diese provisorische Erweiterung ermöglicht dem Spital Männedorf, neben der Behandlung von Coronavirus-Patienten auch andere Patientengruppen intensivmedizinisch betreuen zu können.

 
Herr PD Dr. Staender, wie ist der Stand der Vorbereitungen?
Wir konnten durch die frühzeitige Reduktion der Wahloperationen beginnen, Einsatzkonzepte für die verschiedenen Berufsgruppen auf der zusätzlichen Intensivstation zu schreiben, konnten zusätzliche Beatmungsgeräte aufrüsten und stehen jetzt mit einem mehrstufigen Eskalationsplan seit gestern 12:00 Uhr parat. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Spitals und das Netzwerk leisten im Moment Grossartiges.
 
Worauf kommt es jetzt an?
Die neu zusammen gesetzten Teams mit den unterschiedlichsten Qualifikationen müssen sich in einer hoch-stressigen Zeit einarbeiten, ohne dass wir das lange testen oder durchspielen konnten. Ich vertraue aber auf die Professionalität und weiss um den enormen Einsatz und die Flexibilität aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, denen ich schon jetzt ganz herzlich danken möchte. Kritisch wird sein, wie schnell die Patientenzahlen steigen. Parallel dazu halten wir selbstverständlich den Notfallbetrieb als Grundversorgungsspital aufrecht.
 
Was denken Sie, wie lange wird die Welle dauern?
Dazu gibt es drei verschiedene Szenarien. Sicher ist einzig, dass es nicht in zwei Wochen vorüber sein wird sondern sehr wahrscheinlich bis Mai/Juni andauert. Aber auch dann wird es nicht einfach vorbei sein, sondern uns sicher noch weiter beschäftigen, wenngleich hoffentlich nicht mit der gleichen Intensität wie wir sie in den nächsten Wochen erwarten. Aber genau kann man das aktuell nicht sagen.

Welchen Beitrag kann das Spital bei der Bewältigung dieser ausserordentlichen Situation leisten?
Wir waren schon immer als Grundversorgungsspital mit Spezialisten und Spezialabteilungen für die Region da und werden das jetzt erst Recht sein. Ich denke, wir konnten uns dank vorausschauender Planung und früher Reduktion des Routine-Betriebs auf diese Herausforderung einstellen. Ich kann Ihnen versichern: wir sind für die Region da und tun unser Bestes.

 

In unserer Coronavirus-Rubrik finden Sie Informationen zu unserem Spitalbetrieb in dieser ausserordentlichen Lage.