Aufrüsten damit niemandem die Luft ausgeht

Bei Operationen und auf der Intensivstation braucht es ihn fast immer. Manchmal auch in den Patientenzimmern. Mit Covid-19 brauchten die Patienten aber plötzlich viel mehr davon. Die Rede ist von Sauerstoff. Damit niemandem die Luft ausgeht, musste die Kapazität im Spital Männedorf deutlich erhöht werden.

Milan Knezevic und Christian Kunz vor den zusätzlichen Sauerstofflaschen und dem grossen Sauerstofftank (rechts).

Normalerweise fährt alle fünf Wochen ein Lastwagen vor, um den grossen Sauerstofftank auf dem Spitalgelände zu füllen. Mit der Behandlung von Covid-19-Patienten reichte diese Tankladung plötzlich nur noch für zwei Wochen. Aufgrund der Grenzschliessungen in der ersten Phase, machte sich das Technik-Team von Christian Kunz Sorgen, ob diese Spezial-Lieferungen aus Deutschland nach wie vor erfolgen können. Klar war, dass der Bedarf mit der steigenden Anzahl Covid-19-Patienten ebenfalls zunimmt. Glücklicherweise wurden diese grenzüberschreitenden Transporte nicht eingeschränkt und so fährt der Lastwagen nun einfach häufiger vor, wenn mehr Sauerstoff benötigt wird.

Als Sicherheit, sollte einmal etwas mit dem grossen Sauerstofftank nicht richtig funktionieren, gibt es zwei Sauerstoffflaschen-Bündel im Spital. Damit kann zur Not die Sauerstoffversorgung während 24 Stunden überbrückt werden. «Beim hohen Sauerstoffverbrauch, wie wir ihn bei Covid-Patienten sehen, würde diese Reserve aber nur noch für 6 Stunden reichen», konstatiert Christian Kunz. Deshalb wurden zusätzlich zu den zwei bestehenden Bündeln sechs weitere Flaschenbündel angemietet - als zusätzliche Reserve. «Damit können wir gewährleisten, dass uns bei einer Störung am grossen Haupttank nie der Sauerstoff ausgeht», so Kunz.

Ein spezielles Sauerstoffgerät hat die Überlastung der IPS verhindert
Zusätzlich zu den Sauerstoffreserven wurde mit dem Anstieg der Anzahl Covid-Patientinnen auch die Kapazität der Leitungen ein Thema. Während ein «normaler» Patient zwei bis sechs Liter Sauerstoff pro Stunde benötigt, brauchten die speziellen High-Flow-Geräte für die Sauerstofftherapie von Covid-Patienten bis zu 32 Liter pro Stunde. Wegen der Therapieerfolge hat das Spital die zwei bereits existierenden High-Flow-Sauerstoffgeräte um sechs weitere ergänzt. Statt wie bisher nur auf der Intensivstation wurden diese Geräte auch auf der normalen Bettenstation ans Leitungssystem gehängt. «Wir mussten vorab klären, ob die bestehenden Leitungen auf den Stationen diesen hohen Bedarf überhaupt decken können, ohne dass es zu einem Druckabfall im System kommt», resümiert Milan Knezevic, zuständig für das Thema Sauerstoff im Technik-Team.
Durch diese High-Flow-Geräte auf den Stationen konnte verhindert werden, dass Patienten auf die Intensivstation verlegt werden mussten. Damit konnte eine Überlastung der IPS verhindert werden.

Man lernt nie aus

Das Technikteam hat viel gelernt in dieser Pandemie. Im Hintergrund gilt es, auch technisch ständig auf die laufend ändernden Begebenheiten zu reagieren: «Kaum dachte man, das Problem sei gelöst, tauchte schon das Nächste auf», sagt Christian Kunz. Die zweite Welle stellte sich dann als weitere Bewährungsprobe heraus. Zu Spitzenzeiten waren mehr als doppelt so viele Covid-Patienten im Spital wie in der ersten Welle und auch der Operationsbetrieb lief wie gewohnt weiter. Ein Umstand, der den Sauerstoffverbrauch im Vergleich zur ersten Welle nochmals deutlich erhöhte. Dank der zugemieteten Sauerstoffflaschen-Bündel und der engmaschigen Überwachung des Leitungssystems kann das Technik-Team gewährleisten, dass immer genügend Sauerstoff dahin gelangt, wo er lebensnotwenig ist.


Herzlichen Dank dem Technik-Team für den unermüdlichen Einsatz im Hintergrund!