14.1.2022

Ambulantes Zentrum in Meilen

Das Spital Männedorf möchte mit der Eröffnung eines ambulanten Zentrums in Meilen die Gesundheitsversorgung am rechten Zürichseeufer weiter stärken und gemeinsam mit anderen Gesundheitsdienstleistern eine attraktive, regionale Plattform für ambulante medizinische Dienstleistungen schaffen.


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Die Entwicklung in der ambulanten Medizin und die Verschiebung von medizinischen Leistungen vom stationären in den ambulanten Bereich wiederspiegeln sich auch in den Zahlen des Spitals Männedorf. Im Vergleich zu 2012 wurden 2021 36 Prozent mehr ambulante Patientinnen und Patienten behandelt. Viele medizinische Behandlungen, die heute noch stationär erbracht werden, können dank des technologischen und medizinischen Fortschritts in Zukunft ambulant erfolgen. Die Schweizer Spitäler liegen im Vergleich zum Ausland bei der Ambulantisierung zurück, werden sich dieser Entwicklung aber auch aufgrund des hohen Kostenendrucks im Gesundheitswesen nicht entziehen können.

Die Infrastruktur des Spitals Männedorf ist nicht für dieses Wachstum in der spitalambulanten Medizin ausgerichtet und stösst schon jetzt an ihre Grenzen. Zudem muss aufgrund des Gesundheitsversorgungsberichts auch im stationären Bereich mit steigenden Fallzahlen gerechnet werden. Deshalb haben der Verwaltungsrat und die Spitalleitung entschieden, in Meilen ein ambulantes medizinisches Zentrum zu eröffnen. Das Spital Männedorf möchte dieses Zentrum mit diversen anderen Gesundheitsdienstleistern aus der Region betreiben und nur gewisse Dienstleistungen, die vom Spital Männedorf nach Meilen ausgelagert werden, selber anbieten. Beatrix Frey-Eigenmann, Verwaltungsratspräsidentin des Spitals Männedorf, betont den Mehrwert dieses Zentrums für die Region: «Mit dem ambulanten Zentrum kann das Spital Männedorf nicht nur den Auftrag der Trägergemeinden besser erfüllen, sondern es bietet sich die einmalige Chance, zusammen mit anderen Gesundheitsdienstleistern ein umfassendes und gut erschlossenes ambulantes medizinisches Angebot für die Bevölkerung in der Region zu schaffen».

Beatrix Frey-Eigenmann, Verwaltungsratspräsidentin Spital Männedorf

«Mit dem ambulanten Zentrum bietet sich die einmalige Chance, zusammen mit anderen Gesundheitsdienstleistern ein umfassendes und gut erschlossenes ambulantes medizinisches Angebot für die Bevölkerung in der Region zu schaffen.»

Das Herzstück des ambulanten Zentrums bildet das Abklärungs- und Operationszentrum mit Bildgebung (MRI, Röntgen, Ultraschall), Labor und Operationssaal für ambulante Eingriffe. Damit werden ideale Voraussetzungen für Spezialärztinnen und -ärzte geschaffen, sich mit ihren Fachbereichen anzuschliessen. Geplant ist auch eine Permanence, welche in Kooperation mit den Hausärztinnen und Hausärzten der Region betrieben werden soll. In den letzten Jahren hat der Druck auf die Hausarztmedizin stark zugenommen und es wird immer schwieriger, Nachfolgerinnen und Nachfolger zu finden. Mit der Permanence will man einer möglichen Versorgungslücke proaktiv entgegenwirken.

Für den Standort Meilen sprechen mehrere Faktoren: die zentrale Lage in der Region, die Möglichkeit in der geplanten Überbauung «Beugenhof» der Schneider Umweltservice AG Räumlichkeiten zu mieten, die für den Betrieb eines medizinischen Zentrums ausgerichtet sind und die sehr gute Erschliessung mit öffentlichen wie privaten Verkehrsmitteln. Die Inbetriebnahme ist für 2025 geplant.

Die Aktionärsgemeinden und die Präsidentin der Vereinigung der Hausärzte am Pfannenstiel (Hapmed), Dr. med. Melanie Bührer, begrüssen das Vorhaben des Spitals Männedorf. Dr. Melanie Bührer, die auch eine Hausarztpraxis in Meilen führt, erklärt: «Die Belastung für die Hausärztinnen und Hausärzte hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und viele Praxen können keine neuen Patientinnen und Patienten mehr aufnehmen. Mit dem ambulanten Zentrum entlastet uns das Spital und bietet gleichzeitig wichtige Dienstleistungen für uns an.»