Wie wurde der Tumor entdeckt und welche Symptome sind aufgetreten? Hat sich das Allgemeinbefinden verändert? Bestehen Vorerkrankungen oder liegen familiär gehäufte Krebserkrankungen und Risikofaktoren vor?

Um abzuklären, ob ein Tumor bösartig ist bzw. es sich um Krebs handelt, ist eine Gewebeprobe nötig. In einem zweiten Schritt wird mittels Röntgen, Ultraschall, Computertomographie, Magnetresonanztomographie (MRI) oder Skelettzintigraphie die Ausdehnung des Tumors festgestellt. Die genaue Beurteilung des Tumors nach Gewebetyp und Stadium ist zentral für eine optimale Behandlung.

In unserem Onkologie und Hämatologie Zentrum betreuen wir auch Patientinnen und Patienten mit Bluterkrankungen. Da Blut im gesamten Körper zirkuliert, ist meistens eine systemische Therapie, also eine Behandlung des gesamten Körpers nötig. Manchmal kann die Diagnose anhand einer einfachen Blutentnahme gestellt werden. Häufig müssen wir aber einen befallenen Lymphknoten entnehmen oder eine Knochenmarkpunktion durchführen. Die Punktion ist ein sehr kleiner Eingriff, der ambulant mit lokaler Betäubung oder einer leichten Sedation durchgeführt wird.

Die Wahl der geeigneten Behandlung

Je nach Art, Stelle und Ausdehnung von Krebs im Körper kommen verschiedene Behandlungen in Frage. Manchmal müssen mehrere Therapien gleichzeitig oder nacheinander eingesetzt werden, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.

  • Operation

    Wenn immer möglich, wird ein Tumor operativ entfernt, vorausgesetzt, der Tumor ist gut lokalisierbar und hat keine Fernmetastasen gebildet. Von einer Operation wird zudem abgesehen, wenn der Tumor an einer ungünstigen Stelle liegt oder der Eingriff aus gesundheitlichen Gründen bzw. wegen hohen Lebensalters nicht in Frage kommt.

  • Neoadjuvante Behandlung

    Ist eine Operation nicht sofort möglich, besteht die Möglichkeit, den Krebs durch Medikamente oder mittels einer Bestrahlung so zu verkleinern, dass nachfolgend eine Operation erfolgen kann.

  • Adjuvante Behandlung

    Je nach Risikosituation kann das Ergebnis der Behandlung verbessert werden, wenn ergänzend zur Operation nachfolgend eine medikamentöse Behandlung oder eine Bestrahlung durchgeführt wird. Damit werden Krebszellen behandelt, die nach der Operation im Körper verblieben sind.

  • Konkomittierende bzw. gleichzeitige Behandlung

    Bei einer konkomittierenden Behandlung werden zwei Therapien miteinander kombiniert. Bei der Radiochemotherapie wird die Bestrahlung gleichzeitig mit einer Chemotherapie durchgeführt respektive parallel zur Bestrahlung findet eine medikamentöse Behandlung statt. Die Bestrahlung und Chemotherapie ergänzen sich gut oder verstärken sich sogar in ihrer Wirkung und erhöhen dadurch die Heilungschancen bei bösartigen Tumoren. Dieses Vorgehen kann neoadjuvant oder adjuvant zum Einsatz kommen.

  • Palliative Behandlung

    Wenn aufgrund der Krebsausdehnung feststeht, dass die Erkrankung nicht geheilt werden kann, kommt ein palliatives Vorgehen zum Zug. Auch in dieser Situation können mehrere Behandlungsmöglichkeiten zum Einsatz kommen. Wenn eine Therapie nicht zum gewünschten Ziel führt und die Erkrankung weiter voranschreitet, kommt die nächste zum Einsatz. Wirkungen und Nebenwirkungen einer Therapie werden dabei stärker unter dem Aspekt einer optimalen Lebensqualität gewichtet.

    Neben der Symptombehandlung suchen wir nach geeigneten Unterstützungsformen, um ein tragfähiges Betreuungsumfeld aufzubauen. Ziel sind die Vermittlung von Sicherheit und die Förderung der Selbständigkeit. Im Rahmen der Palliativpflege werden zudem frühzeitig Fragen zur Entscheidungsfindung und Vorsorgeplanung geklärt.

    Welche Behandlungen bei Ihrer Erkrankung in Frage kommen, besprechen wir an einem unserer interdisziplinären Tumorboards. Vor Therapiebeginn zeigen wir Ihnen die Möglichkeiten in einem persönlichen Gespräch auf.

Wie läuft eine medikamentöse Krebstherapie ab?

Vor der ersten Therapie findet das ärztliche Gespräch statt und wir vereinbaren einen Termin in der Pflegesprechstunde. In diesem ersten Pflegegespräch erhalten Sie und Ihre Angehörigen wichtige Informationen zum Ablauf eines Therapietages.

Wir besprechen dabei Ihre persönliche Situation und informieren Sie nochmals über mögliche Nebenwirkungen und den zu erwartenden Verlauf der Therapie. Ausserdem können wir offene Fragen klären.

Nebst allerhöchsten medizinischen Standards, ist es unser oberstes Ziel, die Behandlungszeit so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Dazu gehören die individuelle Rundumbetreuung und -Beratung, aber auch die moderne Infrastruktur mit einmaligem Blick über den Zürichsee. 

Dank der günstigen Lage in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und direkt neben dem Parkhaus des Spitals, ist das Onkologie und Hämatologie Zentrum bestens erreichbar.

Am Behandlungstag

Vor der Therapie wird durch eine Blutentnahme aus der Fingerkuppe das Blutbild bestimmt. Mit dieser Information kann die Onkologin oder der Onkologe letzte Anpassungen an der Therapie vornehmen. Vor der Behandlung gibt es eine kurze ärztliche Konsultation, um den Verlauf der Therapie zu besprechen und auf Ihre aktuellen Fragen einzugehen.

Während der oft mehrstündigen Behandlung befinden Sie sich in einem bequemen Stuhl oder in einem Bett. Dabei sind Sie jederzeit mobil und können sich frei bewegen. Es steht Ihnen WLAN zur Verfügung und auch für die Verpflegung ist gesorgt. Nach der Therapie können Sie in die gewohnte Umgebung zurückkehren.

Nebenwirkungen

Medikamentöse Krebstherapien beeinträchtigen immer auch gesunde Körperzellen und können Nebenwirkungen auslösen. Die Art der Therapie bestimmt den zu erwartenden Schweregrad und die Art der Nebenwirkungen.

Vor Einleitung der Therapie informiert Sie die Onkologin oder der Onkologe über mögliche Begleitreaktionen und die empfohlenen Vorsichts- oder Gegenmassnahmen. Während der Therapie nimmt auch Ihre Pflegefachperson nochmals darauf Bezug.